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News on Shoes
Schuh-Trends H/W 08/09
Moderne Outfits und Accessoires müssen durch Attraktivität überzeugen und im urbanen Alltag funktionieren. Diese Dualität von Casual und Chic entspricht unserem Bedürfnis nach moderner Bekleidung. Für den Abend, den besonderen Anlass gelten andere Gesetze. Individuelle Vorlieben spielen nicht nur bei der Bekleidung, sondern auch bei der Wahl der Schuhe eine immer wichtigere Rolle. Allgemeingültige, starre Regeln, die noch vor Jahren das Modebild bzw. den perfekten Auftritt bestimmten, haben ausgedient. Wenn wir heute über Mode sprechen, handelt es sich häufig um Collagen völlig unterschiedlicher Einzelteile, die sich zu immer neuen Looks zusammenfügen. Stilistische Brüche sind gewollt – der Gesamteindruck folgt der Prämisse chic und easy.
Das gilt auch für die Schuhmode im kommenden Herbst/Winter. Sportivität bleibt ein wichtiges Thema, doch der Umgang mit Sportlichkeit ist in der nächsten Saison deutlich chicer, gepflegter, teilweise auch eleganter. Insgesamt zeigt sich die neue Schuhmode modern, umkompliziert und selbstbewusst. Ihre Raffinesse erhält sie einerseits durch klare, mitunter sehr puristische Linienführungen und eine ungeheure Leistenvielfalt. Andererseits durch den Mix von natürlichen und technischen Materialien, durch Kontraste von Glanz- und Matt.
Spitz, rund oder Karrée – alles ist möglich
Welche Formen, Farben und Schuhtypen werden im kommenden Winter wichtig?
Die Lieblinge der letzten Saisons, Langschaftstiefel in sämtlichen Ausführungen, bleiben in der Pole Position, müssen sich aber auf Konkurrenz von Stiefeletten und Ankle Boots gefasst machen. Dabei spielen die Entwicklungen in der DOB eine entscheidende Rolle. Zu Röhren und allen schmalen Hosen, zum Beispiel den wieder entdeckten Jodhpur-Hosen oder verkürzten, knöchellangen Varianten, werden Stiefel in unterschiedlichen Schafthöhen nach wie vor eine ideale Ergänzung darstellen. Der Look, bei dem die Hosen in die Stiefel gesteckt werden, entspricht dem Wunsch nach einem lässig-sportlichen Auftritt der meisten Frauen.
Die für den Verkauf so wichtigen innovativen Optiken entstehen unter anderem durch Material-Mix, hier vor allem durch den Einsatz matter und glänzender Materialien. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt: Filz wird mit Lackleder kombiniert, Brush trifft auf Nylon oder gewachstes Leinen à la Barbour auf weiches Nappa. Sehr edel wirken cleane, hochschaftige Typen, die an die Stiefel von Polo-Spielern erinnern.
Kleidern und Röcken sei Dank, dass das Bein auch weiterhin im Mittelpunkt steht. Die never-ending Erfolgsstory des Kleids dürfte dem Absatz von Stiefeln weiterhin zuträglich sein. Hier machen neue, femininere Stiefel mit Plateau und massiven Absätzen, aber neu auch mit grazileren, teilweise sehr hohen Sprengungen von sich reden.
Pumps – schon in der aktuellen Frühjahr/Sommer-Saison ein wichtiges Thema –, erhalten im kommenden Herbst/Winter eine noch größere Bedeutung. Sie werden mit blickdichten (Woll-)Strümpfen, teilweise auch in bewusst kontrastierenden Farben getragen. Das Spektrum der Modelle reicht von puristisch anmutenden, architektonischen Typen über feminine Pumps mit breiten Spangen und Fesselbetonungen bis hin zu Hochfronttypen, die sich irgendwo zwischen Pumps und Ankle Boot bewegen. Ballerinas behalten ihre Berechtigung, neu sind kleine unterstellte Absätze.
In der Oberbekleidung spielt sich die wohl revolutionärste Entwicklung im Bereich der Hosen ab. Neben den etablierten schmalen Schnitten machen Marlene-Hosen mit hoher Taille, überlange, weite Hosen und Boot Cut Schnitte von sich reden. Dieser leicht androgyne, sehr anspruchsvolle Chic erfordert neues Schuhwerk. Spitze Leisten dürften eine Renaissance erleben, daneben bieten diese Looks viel Spielraum für neue Stiefeletten, knöchelhohe Boots, Schnürstiefelchen und Hochfrontschnitte. Auch maskuline Schnürer, so genannte Dandy-Typen, feiern ein Comeback. Glatte, cleane Aufmachungen werden ebenso zu sehen sein wie typisch männliche Macharten wie Brogues oder Budapester.
Die Aufhebung des Modediktates lässt auch der Leistenvielfalt freie Bahn. Spitz, Rund, Karrée – im kommenden Winter ist alles erlaubt. Asymmetrische Formen sorgen nicht nur für ausreichend Komfort, sondern setzen ab sofort ein modisches Statement. Die Schnitte selbst sind edel, aufgeräumt und clean; der Umgang mit schmückenden Details dezenter. Handwerkliches Know-how wird wieder herausgestellt, z.B. durch betonte Nahtführungen.
Gänzende Aussichten
Wirkliche Innovationen sind vor allem auf Materialebene zu beobachten. Two-Tone-Optiken, aber auch Crash- und Crinkleleder lassen die Oberflächen bewegt erscheinen. Lack tritt als laminierte Pull-Up-Version in Erscheinung, glänzendes Brushleder, zum Teil mit Black Finish, und Nylon feiern ein fulminantes Comeback. Fein rasiertes Nubuk tritt pur – gern aber auch im Mix mit glänzenden Materialien, in Erscheinung.
Velours ist bestens geeignet, um die neuen Farben effektvoll zur Geltung zu bringen. Krokoprägungen, auch in Lack, strahlen Eleganz aus. Eidechsen-Prints wirken edel, Ponyfell bringt sportiven Chic ins Spiel.
Farblich gibt sich die neue Schuhmode insgesamt zurückhaltend. Schwarz und mittlere Brauntöne, die sich zwischen Camel, Curry, Kenia, Cognac und Testa di Moro bewegen, geben die Richtung vor. So genannte Fellfarben versprühen einen gewissen sophisticated Chic. Die Farbe Grau hat ihren Komfort-Charme abgelegt. Dunkle Asphalt- oder weiche Taupenuancen zeigen sich besonders schön auf Velours oder laminierten Materialien. Darüber hinaus sorgen ein sattes Barolo-Rot, Flaschengrün, Nachtblau und Petrol für farbige Akzente im tristen Winteralltag. Und Lila, hier vor allem ein brillanter Pflaumeton, dürfte im nächsten Winter nicht nur bei Schuhen mehr als den letzten Versuch wert sein.