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Archiv Frühjahr 2006
Trendscout Bericht von der GDS
UMA, Dänemark
Die Designerin Lise Lindvig Michelsen betreibt seit Anfang diesen Jahres ihre erste eigene Schuhmarke. Dabei lassen sich auch ihre Entwürfe loben. Seit ihrer Kindheit zeichnet die Autodidaktin mit Vorliebe Schuhe und testet Passform und Trageeigenschaften am eigenen Fuß. Dabei ist es ihr wichtig die ausschließlich modischen Modelle den ganzen Tag tragen zu können. Ein Fußbett aus Velour bettet den Fuß so angenehm weich, dass er vergisst leiden zu müssen, um schön zu sein. Ihre bunten Sandaletten aus Leder und Fischhaut werden bevorzugt von kleinen Exklusivboutiquen geordert, die neben Schuhen von Marc Jacobs auch preisgünstigere (70 bis 100 Euro) anbieten möchten, in modischen und qualitativen Fragen aber in nichts nachstehen sollen.
CALAFE, Portugal
Seit zwei Saisons hat sich das Design der Marke Calafe, die bereits seit 1981 besteht, bedeutend verändert. Joaquim A.F. Carvalho, Präsident des Unternehmens, wollte weg vom Herkömmlichen, hin zum Ausgefallenen und das Ergebnis lässt sich sehen. Die Modelle für Damen und Männer, werden mit einem speziellen Finishing veredelt, das jeden Schuh aussehen lässt, als wäre er mit weißer Farbe überwischt worden. Besonderes Detail sind eingestanzte Ösen an einer verlängerten Sohle, die jeden Schuhschrank Luft holen lassen: einfach Nägel in die Wand hämmern und aufhängen. Besonders schön sehen die sommerlich frischen Farbkombinationen Zitronengelb/Weiß oder Mittelblau /Weiß zu ausgewaschenen Jeans aus.
TOSCA BLU COLLECTION, Italien
Tosca Blu ist keine neue Marke, stimmt. Tosca Blu Collection dagegen schon und dieser kleine Zusatz im Namen der Zweitlinie verspricht edelstes Schuhwerk mit Liebe zum Detail. Sandalen sind um die Sohle herum mit ledernem Flechtwerk besetzt und verknüpfte Perlen aus Mosambik machen den Zehen ein schönes Dekolleté. Ein hellblauer Keilpumps aus Leder und Lackleder mit Fesselriemchen hat so viel Eleganz, dass man das Wort Keil gar nicht in den Mund nehmen möchte, so schmal und geschwungen wird der Schichtabsatz inszeniert. Der perfekte Sommerstiefel: Boots aus dunkelbraunem Leder mit einem Schaft aus Leinen, der am Beinausschnitt mit einem Schlingstich farbig umsäumt ist.
ALBERTO ZAG0, Italien
Die traditionelle Schuhmanufaktur gibt sich gewohnt damenhaft und frohlockt im kommenden Frühjahr mit zunehmender Verspieltheit. Stickereien, Schleifen, die Farbe Gold und irisierende Lederoberflächen gehören zu den wichtigsten Merkmale: Eine kleine goldene Schleife und goldene Nieten verzieren z. B. einen Zehenspreitzer aus Leder in Haselnussbraun. Ballerinas aus hellem Canvas zeigen sich gold bestickt und paspeliert. Oder die roten Stickerein, die sich auf einem hellen 5cm Keilabsatz eines roten T-Riemenpumps befinden. Zudem die schmalen Lederriemen aus grauem Nappaleder, die ebenfalls dezent gold paspeliert sind. Insgesamt wirken auch hier Keilabsätze zierlicher als im vergangenen Sommer. Lediglich bei den Plateausandaletten bleibt der Fuß auf einer Mikronsohle gewohnt erhaben. Der in den Noncolours Grau und Weiß gestreifte Kunststoffkeil steht in angenehmem Kontrast zur Form.
SHANIBAR, Israel
Ist es Humor oder einfach nur zeitgenössisches Schuhdesign, wenn eine Tennissocke als Stiefelschaft an einen roten Pumps genäht wird? Bei einem Männermodell geht der Hosensaum eine Verbindung mit einer nahezu runden Sohle ein. Shani Bar, eine 31-jährige Israelin, studierte an der berühmten Bezalel-Kunsthochschule in Jerusalem und arbeitete zwei Jahre lang als Bühnenbildnerin. Der Kunst hat sie sich ebenso verschrieben wie dem klassischen Schuhdesign. Ihre kommerzielleren Modelle erinnern in Form und Größe (ab 34) an Pumps mit Nostalgie-Touch ohne altmodisch zu wirken. Jedes Modell wird von ihr höchst persönlich entworfen. Vier Angestellte helfen ihr bei der handarbeiterischen Produktion in Tel Aviv. Bislang sind ihre Schuhe in 12 Geschäften in Israel, einmal in Los Angeles und einmal in Berlin zu bekommen.
FIRST IDEA, Spanien
Eine brandneue Kollektion der renommierten Schuhmarke Ana Bonilla, für die ebenfalls Designer Pepe Perez verantwortlich zeichnet. Während er für die Hauptlinie Ana Bonilla mit verzierten Ballerinas, T-Riemchenpumps und schmalen Wedges gewohnt feminin bleibt, kommt First Idea jünger und mutiger daher. Ein besonderer Augenschmaus: die Sandalette aus blau und rot besticktem Canvas, der selbst naturbelassen ist. Rosa glänzende Lederriemen verschlängeln sich zudem auf dem Fußrücken. Sandalen werden mit Seepferdchen, Blumen und Fischen aus bunt geschichtetem Leder besetzt.
HURLEY, USA
Unwahrscheinlich ist es nicht, dass Jessica Simpson nächsten Sommer in den lässigen Zehenspreizern mit blumenbemalter Holzsohle der Surfermarke Hurley zu sehen sein wird. Denn der Schuh hat das Zeug zum Kultstatus und die Marke ist es bereits in den USA. Die von Bob Hurley gegründete Surf- und Skatemarke geht ab der Frühjahr/Sommerkollektion eine Partnerschaft mit Converse ein und zeigt neben szenigen Skateschuhen allerlei Mädchenhaftes: Stoffballerinas mit floralen Motiven und süße Pantoletten mit Satinbändern zum Umwickeln der Fessel.
WHY NOT, Holland
Ja, warum denn nicht. Bei diesen Alternativen fragt man sich, warum sich Zehenspreitzer derart durchsetzen konnten. Schluffig und schön sind keine Widersprüche. Die weichen Ledersohlen von WHY NOT sind an den vier entscheidenden Stellen verlängert und von Kordeln oder Riemen aus Leder hochgezogen. Goldbraune Nieten sind dabei Funktion und Zierde. Die bequemen Allrounder gibt es in drei Farbkombinationen: Dunkelbraun, Schwarz und Rot, Altweiß und Petrol oder Altweiß und Oliv. Typgerecht werden sie in Indien produziert.
CORPROTEK, Deutschland
Ein Gummischuh mit Trendpotential. Ursprünglich wurde der Überziehstiefel für die Industrie entwickelt, doch dann witterten die Macher einen Markt im modischen Schuhhandel. Unrecht haben die pfiffigen Jungs nicht, denn die farbenfrohen Gummistiefel sieht man bildlich schon vor sich zum Minirock kombiniert. Die Besonderheiten sind einerseits die poppigen Farben wie Pink, Neongrün und Knallgelb, andererseits die Form ausgestelltem Schaft, der sich mit einem Knopf überlappend schließen lässt. Besonderer Clou: Das Material lässt sich dauerhaft mit einem Duftstoff versehen. Denkbar wären die Kombinationen Pink/Himbeere oder Gelb/Banane.